Das Kranich-Bürgerhaus steht an der Ecke des Altstädtischen Marktplatzes und der Straße Zapiecek, an der als Kołłątaj-Seite bekannten Häuserfront. Das Gebäude umfasst auch die Adressen Zapiecek 2 und Piwna 32. In Denkmalunterlagen erscheinen zudem historische Namen: Simonettich, Hińczowska, Octabińska und Markiewiczowska.
Historischen Quellen zufolge stand hier ursprünglich ein Holzhaus. Im 15. Jahrhundert soll der Thorner Kaufmann Michał Kranich, späterer Bürgermeister Warschaus, ein gemauertes Bürgerhaus errichtet haben — von seinem Namen leitet sich der geläufige Name Kranichowska ab. Offizielle Materialien der Warschauer Innenstadt datieren das Gebäude vor 1495.
Im Jahr 1666 baute ein Eigentümer namens Simonetti das Bürgerhaus aus — daher der zweite populäre Name. Drei Jahre später soll das Haus schwer durch Feuer beschädigt worden sein. Bis heute ist auf der Zapiecek-Seite ein Türsturz mit der Jahreszahl 1666 erhalten, eines der interessantesten Details dieser Adresse. Im 18. Jahrhundert gehörte es u.a. der Familie Grotthoff, Mitte des 19. Jahrhunderts war es ein Mietshaus von Maria Stefanowska.
Bei der Zerstörung der Altstadt 1944 wurde das Gebäude fast bis zum Erdgeschoss ruiniert. Der Wiederaufbau erfolgte 1952–1953 nach Entwurf von Andrzej Węgrzecki für das damalige Ministerium für Post und Telegrafie. Beim Wiederaufbau wurde die Wand des Bürgerhauses um fast zwei Meter versetzt, um die Durchfahrt für Busse zu verbreitern — ein interessantes Beispiel für einen Kompromiss.
Die Ecke des Bürgerhauses ist an der Uhr über dem Durchgang zur Zapiecek und der Tafel zum Gedenken an den Wiederaufbau der Altstadt 1951–1953 erkennbar. Die Verbindung zur Post besteht bis heute — unter der Adresse Rynek Starego Miasta 15 befindet sich eine Filiale der Poczta Polska.
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Stimme: Fable (DE)
- Ecke Marktplatz, Zapiecek und Piwna auf der Kołłątaj-Seite.
- Zwei historische Namen: Kranichowska und Simonettich.
- Erhaltener Türsturz mit der Jahreszahl 1666 auf der Zapiecek-Seite.
- Nachkriegs-Wiederaufbau 1952–1953 nach Entwurf von Andrzej Węgrzecki.
- Wand um fast zwei Meter versetzt, um Busse durchzulassen.
- Eck-Uhr und Gedenktafel zum Wiederaufbau der Altstadt (1951–1953).
- Langjährige Verbindung zur Poczta Polska — Filiale bis heute an dieser Adresse.
- Auf dem Weg zur Zapiecek achte auf den Türsturz von 1666 sowie die Eck-Uhr und die Gedenktafel.