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Rynek Starego Miasta, Warszawa

Altstadtmarkt

Der Altstadtmarkt ist Warschaus ältester Platz und der Mittelpunkt der mittelalterlichen Gründungsstadt. Umgeben von den vier Bürgerhausfronten Dekerta, Barssa, Zakrzewskiego und Kołłątaja bleibt er das Herz der als UNESCO-Welterbe eingetragenen Altstadt.

Modell der Warschauer Altstadt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Museum von Warschau, Maßstab 1:300.
Luftbild der Ruinen der Warschauer Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, 1945.

Mittelalterliche Anfänge

Der Platz wurde um 1300 in regelmäßiger rechteckiger Form nach den Grundsätzen einer Stadtgründung nach Kulmer Recht angelegt. Mit ungefähr 90 × 73 Metern diente er von Beginn an als Marktplatz und Versammlungsort des Stadtrates.

Spätestens im 15. Jahrhundert stand in der Mitte ein gemauertes Rathaus, daneben Pranger, Stadtwaage und Brunnen. Rund um den Platz entstanden zunächst hölzerne, später gemauerte Bürgerhäuser — schmal, mehrgeschossig und mit reich geschmückten Fassaden.

Goldenes Zeitalter und Canaletto

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war der Markt das lebhafte Handelszentrum der Hauptstadt der Polnisch-Litauischen Adelsrepublik. Kaufleute aus Gdańsk, Toruń, Kraków und deutschen Städten unterhielten hier Lager für Tuch, Gewürze und Wein. In den Häusern lebten die wohlhabendsten Bürgerfamilien, darunter Baryczka, Fukier und Giese.

Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, hielt das Erscheinungsbild des Marktes in den 1770er Jahren fest. Seine präzisen Veduten wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer der Grundlagen der Rekonstruktion.

1817 wurde während der Teilungszeit das beschädigte Rathaus abgerissen. Die Mitte des Platzes blieb frei, bis dort 1855 die gusseiserne Meerjungfrau von Konstanty Hegel als Symbol der Stadt aufgestellt wurde.

Zerstörung 1944 und Wiederaufbau

Unter deutscher Besatzung wurde der Markt erstmals im September 1939 beschädigt; die Katastrophe brachte der Warschauer Aufstand. Nach seiner Niederschlagung im Herbst 1944 verbrannten und sprengten deutsche Verbrennungskommando-Einheiten systematisch die Bürgerhäuser. Die Altstadt wurde zu einem Ruinenmeer, und die Zerstörung erreichte etwa 90 Prozent.

Der Wiederaufbau begann fast unmittelbar nach dem Krieg. Die Arbeiten unter Leitung von Professor Jan Zachwatowicz wurden 1948–1953 ausgeführt. Man entschied sich für eine Gestaltung des 17. und 18. Jahrhunderts statt des Zustands aus dem 19. Jahrhundert; deshalb erinnern die Häuser an die Zeit vor den Teilungen. Verwendet wurden erhaltene Steinmetzdetails, Fotografien, Canalettos Veduten und Vorkriegsaufnahmen von Studierenden der Architekturfakultät der Technischen Universität Warschau.

UNESCO und Gegenwart

1980 wurde die Altstadt einschließlich des Marktes als einzigartiges Beispiel einer nahezu vollständigen und getreuen Rekonstruktion eines historischen Stadtgefüges in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen.

Heute gliedert sich der Markt in vier Fronten: Dekerta im Norden mit dem Museum von Warschau, Barssa im Osten, Zakrzewskiego im Süden und Kołłątaja im Westen. In den Bürgerhäusern befinden sich Museen, Restaurants, Galerien und Wohnungen; in der Mitte stehen die Meerjungfrau, Droschken und Sommerterrassen.

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Stimme: Fable (DE)

  • Der Markt wurde um 1300 mit der Gründung Warschaus angelegt.
  • Das Rathaus stand vom 15. Jahrhundert bis 1817 in der Platzmitte.
  • Der Wiederaufbau von 1948–1953 stützte sich unter anderem auf Canalettos Veduten.
  • 1980 wurde die Altstadt in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
  • Die Meerjungfrauenfigur wurde 1855 auf dem Platz aufgestellt; ihr Schöpfer war Konstanty Hegel.
  • Die vier Fronten Dekerta, Barssa, Zakrzewskiego und Kołłątaja mit jeweils unterschiedlichem Fassadencharakter.
  • Die in den 1950er Jahren an vielen Häusern rekonstruierten Sgraffiti und Polychromien.
  • Erhaltene Fragmente gotischer Mauern in den Kellern, unter anderem im Museum von Warschau.
  • Hegels Meerjungfrau in der Platzmitte als Symbol Warschaus.